Das Heizwerk

Anfang der 1990er Jahre wurde von Braunkohle auf Heizöl und Erdgas umgestellt. Darüber hinaus konnte der Ausbau der Versorgung im Stadtgebiet von acht Megawatt in 1990 auf 18 Megawatt in 2020 gesteigert werden. Im Oktober 2005 wurde die Kesselanlage im Heizwerk „Am Mönchswinkel“ nochmals modernisiert. Drei Dampfkessel wurden stillgelegt und durch einen neuen Heißwasserkessel mit einer Feuerungsleistung von 5,5 Megawatt ersetzt. Der neue Kessel reduziert Emissionen und spart Energie, weil seine Brenner- und Regeltechnik hochmodern ist. Seit 2013 wird zusätzlich Wärme aus einem Biogas-BHKW ins Fernwärmenetz eingespeist.

 

Kennzahlen Heizwerk 

Anschlusswert18 Megawatt
Wärmeproduktion20.000  Megawattstunden pro Jahr
gesamtfeuerungs-Wärmeleistung18,8 Megawatt
CO2-Einsparung4.000 t/a
Mitarbeiter3

 

Das Biogas-BHKW

Am 29. Oktober 2013 nahm STEAG New Energies ein Blockheizkraftwerk (BHKW) auf dem Betriebsgelände der EVR offiziell in Betrieb. Rund zwei Millionen Euro kostete der Bau. Das Kernstück des BHKW ist ein mit Biomethangas betriebener Gasmotor. Der Motor hat eine elektrische und eine thermische Leistung von je 1,6 Megawatt. Die geplante jährliche Stromerzeugung ist ausreichend zur Versorgung von 2.750 Einfamilienhäusern. Den erzeugten Strom speist STEAG New Energies in das öffentliche Stromnetz ein. Die im BHKW produzierte Wärme verkauft STEAG New Energies an die EVR, die sie ins Fernwärmenetz einspeist. Die Wärme aus dem BHKW ersetzt teilweise die Wärmeerzeugung aus dem bestehenden Heizwerk, das aus einer konventionellen Kesselanlage besteht. Pro Jahr werden im Gasmotor 2,84 Millionen Kubikmeter Biomethangas verbrannt.

Der Primärenergiefaktor der Fernwärmeversorgung in Rochlitz ist gegenüber der ehemaligen Kesselanlage auf Basis Heizöl oder Erdgas wesentlich günstiger. Er liegt jetzt bei 0,0. Seit dem 1. Januar 2010 ist das neue Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich (EEWärmeG) gültig. Das Gesetz gibt Vorgaben hinsichtlich der Beschaffenheit der Energieversorgung bei Neubauten und Altbausanierungen. Wesentliche Nachweisgröße ist hierbei der Primärenergiebedarf, der nicht überschritten werden darf. Ein Gebäude darf somit nur eine bestimmte Menge Energie pro Jahr benötigen. Hierbei wird die „Vorkette“ eines Energieträgers mit berücksichtigt. Energieverluste durch Gewinnung, Umwandlung und Verteilung eines Energieträgers – gemessen mit dem Primärenergiefaktor – haben damit einen entscheidenden Einfluss auf den Primärenergiebedarf. Je niedriger der Primärenergiefaktor desto besser. Ein niedriger Primärenergiefaktor ermöglicht den Kunden die Inanspruchnahme staatlicher Kredite.

 

Kennzahlen Biogas-BHKW 

Elektrische Leistung1,6 Megawatt
Thermische Leistung1,6 Megawatt
Wärmeabsatz11.342 Megawattstunden pro Jahr
Stromabsatz10.982 Megawattstunden pro Jahr
Methangaseinsatz28,4 Gigawattstunden pro Jahr
CO2-Einsparung6.325 t/a